Verabschiedung des ehemaligen Schulleiters

Verabschiedung des ehemaligen Schulleiters

Der Lokführer verlässt den Führerstand

Der langjährige Rektor der Grundschule Walthurn, Herr Alfred Troidl, wurde in die Freistellungsphase der Altersteilzeit verabschiedet.

Grundschule verabschiedet Rektor Alfred Troidl

Der Lokführer der Schule stellt den Zug nach zwölf Jahren Fahrt wieder am Waldthurner Bahnhof ab und verlässt den Führerstand. Für Rektor Alfred Troidl war am vergangenen Dienstag großer Bahnhof in Waldthurn angesagt. Der Leiter der Waldthurner Bildungseinrichtung wurde im Beisein zahlreicher Ehrengäste und seiner Familie in der Aula der Grundschule verabschiedet. 37 Jahre war er als Lehrer aktiv, davon zwölf Jahre als Schulleiter in seiner Heimatgemeinde am Fahrenberg. Bereits seit 1. August befindet er sich in der Freistellungsphase der Altersteilzeit.

In den gesetzlichen Ruhestand geht Troidl dann am 31. Juli 2014. Die neue Schulleiterin, Tanja Willax-Nickl nannte die Verabschiedung eine entscheidende Veränderung im Personalstamm der Grundschule.

Schulrat Johann Hilburger vom Schulamt Neustadt/WN, verglich die Situation für den scheidenden Pädagogen mit einer Zugfahrt. Der Schulleiter verlasse den Führerstand des Zuges mit dem Namen Wolfgang – Caspar – Printz Grundschule, zurück bleiben die Lehrkräfte, die Schüler und die gesamte Schulcrew, angefangen von der Sekretärin, den Hausmeister bis hin zu den Reinigungskräften.

Nach 37 Jahren rasanter und abwechslungsreicher Schulfahrt habe sich der Zug krankheitsbedingt verlangsamt und Troidl stellte die Bahn in Waldthurn sicher wieder ab.

Die Nachfolgerin Tanja Willax-Nickl habe nun den Führerstand betreten und wieder neu Fahrt aufgenommen. In den letzten zwölf Jahren habe sich viel verändert und es sei nicht einfach gewesen, eine Schule zu leiten. „Sie haben die Schule nicht als Bimmelbahn geführt – sie waren immer im Intercity – Tempo mit ihren kleinen, liebenswerten Passagieren, den Schülern unterwegs“. Hilburger bilanzierte, dass Troidl immer ein Pädagoge mit Herz und Verstand gewesen sei – gepaart mit einem umfangreichen fachlichen Wissen. „Sie haben sich immer mit ganzer Kraft um die Schüler, Lehrer und Eltern gekümmert“, sagte der Schulrat.

 

37 Jahre Pädagoge
Schulrat Hilburger skizzierte den beruflichen Werdegang des 62 – jährigen Pädagogen: Nach dem Abitur am Augustinus – Gymnasium in Weiden 1972 folgte der Wehrdienst.

Troidl legte nach dem anschließenden Studium in Regensburg 1976 die erste Lehramtsprüfung ab – die Anstellung in Plößberg schloss sich an. In dieser Zeit fand er auch in Bärnau, Tirschenreuth, Schwarzenbach und Mitterteich als Krankheitsvertretung Verwendung.

1979 legte er das zweite Staatsexamen ab und wirkte in Plößberg bis zum 31. Juli 1989. Im Schuljahr 1989/90 übernahm Troidl dann im Grenzort Waidhaus an der dortigen Volksschule die Konrektorstelle. 1995 wurde der Lehrer schließlich in Eslarn Rektor. Zur Jahrtausendwende feierte Troidl sein 25 – jähriges Dienstjubiläum und gleichzeitig kehrte er beruflich an seinem Heimatort als Schulleiter zurück. Unkompliziert und tatkräftig wirkte er nicht nur als Pädagoge, sondern war in der Marktgemeinde Waldthurn fest verankert. Trainer der Fußballjugend, Leiter der Kolping – Theatergruppe, Marktrat, erster und zweiter Vorsitzender der Feuerwehr und Gestalter von Festschriften sind einige kleine Auszüge aus seinem engagierten und tatkräftigen Schaffen in seinem Heimatort.

 

Bürgermeister Josef Beimler stellte das gute Verhältnis der Kommune mit der Schule heraus. „Für dich stand immer das Wohl deiner Schule im Vordergrund. Du hast dein Klassenziel erreicht“.

Pfarrer Marek Baron nannte das Jahr 2000 als ein wichtiges Jahr. Er kam in dieser Zeit als Pfarrer nach Waldthurn – Troidl übernahm zur gleichen Zeit die Leitung der Schule. „Wir hatten einen gemeinsamen Start und arbeiteten harmonisch zusammen“, bilanzierte der Geistliche. Gerne erinnere er sich an die turbulenten und spannenden Fußballspiele.

Die beiden Elternbeiratsvorsitzenden Rita Reil und Kerstin Duric übergaben Troidl ein kleines Insektenhotel als Abschiedsgeschenk.

Lehrerin Silvia Wittmann sprach stellvertretend für die Schüler und das Kollegium. „In dieser Atmosphäre konnte man sich wohlfühlen. Als Lehrer hatten wir unter deiner Leitung Luft zum atmen“. Wittmann stellte Troidls Begeisterung für Sport – Skilanglauf und Fußball in den Vordergrund.

Auch den Rückbau- und die Generalsanierung der Schule habe Troidl mit auf den Weg gebracht

Am Ende der feierlichen Veranstaltung ergriff der ehemalige Rektor das Abschiedswort. Er dankte allen, die ihn in den Jahren an der Waldthurner Schule begleiteten. „Schule hat für mich immer Spaß gemacht“. Die kleine Waldthurner Bildungseinrichtung habe immer hervorragende Leistungen erbracht – dazu sei diese intakte Schulcrew notwendig gewesen. Besonders dankte er seiner Familie, die ihn auch in schwierigen Zeiten unterstützt.