Schulpartnerschaft zwischen den Grundschulen Waldthurn und Hostouň

Schulpartnerschaft zwischen den Grundschulen Waldthurn und Hostouň

Chance besiegelt

An historischer Stelle im alten Lobkowitzschloss in Waldthurn wurde eine seit elf Jahren genutzte Chance offiziell besiegelt. Am Dienstagnachmittag wurde durch einen Festakt die Schulpartnerschaft zwischen der Wolfgang-Caspar-Printz Grundschule Waldthurn und der Grundschule im tschechischen Hostouň (Hostau) urkundlich beschlossen.

Ein weiterer intensiver Schritt zur Festigung der Freundschaft zwischen den beiden Gemeinden Waldthurn und dem 50 Kilometer entfernten tschechischen Hostau. Die gemeindliche Partnerschaft wurde durch den damaligen Bürgermeister Franz Bergler im Jahr 1990 ins Leben gerufen und vor 14 Jahren im Jahr 2004 offiziell durch einen Partnerschaftsvertrag beglaubigt. „Wir hatten mit den Hostauern richtig Glück“, resümiert Bürgermeister Josef Beimler. Von wunderbaren gemeinsamen Stunden sprach der Hostauer Bürgermeister Miroslav Rauch. Ob Kindertagesstätten oder Gemeinden, man habe bei vielen Veranstaltungen miteinander die Partnerschaft gepflegt. Es sei angenehm zu wissen, dass auf der anderen Seite der Staatsgrenze Freunde sind, mit denen man nun auch schulische Angelegenheiten besprechen könne. Rauch erinnerte besonders an die unvergessene Janka Gollwitzer als treibende Kraft der ersten Stunde. „Der heute abgeschlossene Vertrag soll nicht nur auf dem Papier stehen, sondern eine lebhafte schulische Partnerschaft sein“.

Die Waldthurner Schulrektorin Tanja Willax-Nickl zitierte Monika Minder „Chancen sind da, um neu geboren zu werden“ und meinte, dass sich vor über zehn Jahren sich eine solche Chance auftat. Die Tschechischlehrerin Dana Pflaum führte damals auf Bitten des Waldthurner Rektors Alfred Troidl eine Unterrichtsstunde für Tschechisch an der Grundschule durch und es bekundeten 28 (!) Schüler Interesse. Anschließend gab es zwar immer wieder zweimal im Jahr Begegnungen, trotz Bemühungen blieb aber die Zusammenarbeit mit der Schulleitung in Hostouň etwas mühsam. Dies sollte sich aber mit dem Wechsel der Schulleitung und die Übernahme durch Rektorin Zdeňka Špinlerová ändern. Nun treffen sich nicht nur die Schüler beider Schulen, sondern auch das Lehrerkollegium.

Mit dem diesjährigen Projekt „Kultur ohne Grenzen 2018“ wurde eine deutsch-tschechische Ecke vor der Schule mit einer Brücke in den Nationalfarben beider Länder komplettiert.

Die offiziellen Urkunden haben laut Willax-Nickl die Ziele, dass die Verbundenheit beider Schulen sichtbar zum Ausdruck gebracht werden. Lehrer, Schüler und Eltern sollen stets daran erinnert werden, diese Partnerschaft lebendig zu halten und auch die Zukunft als Chance zu sehen. Die Hostauer Rektorin Špinlerová fand es schade, dass Tanja Willax-Nickl in den Sommerferien Waldthurn verlässt. „Unsere Zusammenarbeit wird weitergehen und sich entwickeln, obwohl mit Frau Willax-Nickl ein entscheidender Faktor fehlen wird“. Laut der stellvertretenden Landrätin Margit Kirzinger aus Waidhaus sei die Begeisterung der beiden Gemeinden auf tschechischer und deutscher Seite zu spüren. Sie stellte die nun beschlossene Schulpartnerschaft als eine Chance für den ganzen Landkreis dar.

MdL Annette Karl gab zu Bedenken, man könne als Staat viele Pläne schmieden, wenn es keine Menschen gibt, die sie umsetzen und mit Leben füllen. Waldthurn und Hostouň liegen im Herzen Europas. „Diese Schulpartnerschaft zeigt, dass dieses Herz schlägt“. Regierungsschuldirektor Johann Hilburger nannte sein Kommen ein Heimspiel, da er früher im Schulamtsbezirk Neustadt/Weiden tätig war. Solche Kooperationen seien eine Plattform und Garant für gegenseitiges Kennenlernen auch von Land und Kultur. „Diese Schulpartnerschaft sei ein nachhaltiger Baustein in der deutsch – tschechischen Freundschaft. „Waldthurn hat seit 14 Jahren eine Gemeindepartnerschaft mit Hostouň und tritt nun heute in eine Ehe der Schulpartnerschaft ein“, sagte zum Abschluss Tschechischlehrerin und Koordinatorin Dana Pflaum. Nicht zu vergessen die deutschen und tschechischen Schülerinnen und Schüler, die mit ihren Gesangeinlagen „Dass aus Fremden Nachbarn und Freunde werden…“  oder das Biene Maja Lied das Festprogramm gekonnt musikalisch umrahmten.